Wattenheimer Burgmuseum, Museum der mitteleuropäischen Burg

 

Willkommen auf unserer neuen Webseite!


Das Wattenheimer Burgmuseum, Museum der miteleuropäischen Burg präsentiert:

Das Burgmodell Trutzegge - Loewenstein. Erbaut im Stil der Zeit von 1100 bis 1500. Die Details von über 100 Burgen und Stadtmauern aus Mitteleuropa dienten als Vorbild. Mit 19 Toren, 15 Höfen und 112 Türmen, (arab. Burg von Malaga hat sogar 132 Türme!) als Abschnittsburg erbaut.

Bei einer Abschnittsburg sind mehrere Verteidigungsabschnitte hintereinander oder auch übereinander in Form von gestaffelten Ringmauern, Höfen und Toren angeordnet.

Das Burgmodell ist im Guinnessbuch der Rekorde 2000 wiederzufinden.                                                        Um eventuellen Spekulationen  im Voraus den Wind aus den Segeln zu nehmen, erkläre ich hiermit dass ich ohne finanzielle Unterstützung des Landes und des Bundes dieses Museum aufgebaut habe und auch führe. Das Wattenheimer Burgmuseum/Museum der mitteleuropäischen Burg dient der Allgemeinbildung. Damit auch Leute mit schmalem Geldbeutel mein Museum besuchen können, verlange ich keinen Eintritt. Sollte ich aber wegen der geringen Besucherzahlen im weiteren Umkreis Werbung machen müssen, damit wieder Leute kommen, müsste ich Eintritt verlangen, um die Werbekosten zu bestreiten. Doch vorerst soll alles beim Alten bleiben, vielleicht hilft ja die Webseite, dass in Zukunft wieder mehr Leute kommen.

    Besichtigungen und Führungen in Englisch auf Anfrage.


 


Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Das Museum ist an Feiertagen und manchen Sonntagen von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr oder auf Anfrage geöffnet.

An Feiertagen und Sonderöffnungszeiten:

Ostersonntag, 1. April 2018 von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Ostermontag, 2. April 2018 von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr


Eintritt:

Der Eintritt ist frei!

Bevor wir uns hier hier mit der erfundenen mittelalterlichen Entwicklung der Burg Trutzegge-Loewenstein befassen, (bei den echten Burgen lief das manchmal  ähnlich ab), möchte ich noch erwähnen, dass bei jeder Burg und erstrecht bei einer Anlage mittlerer Größenordnung stets von innen nach außen gebaut wurde. So sind die ganz außen liegenden Bauten meistens die jüngsten Teile. Trotz des scheinbaren Wirrwarrs von Ringmauern, Zwingern, Höfen und Toren ist in meiner Burg wie in einer echten Burg dieser Größe eine gewisse Ordnung festzustellen.

Und nun machen wir uns auf zu einer Burgführung. Die hier bei unserem Rundgang angegebenen Namen für die Türme und Tore meines Burgmodells stammen meistens von Personen, die mir das Baumaterial (siehe unter Baumaterialien) besorgt haben. Diese Namensgebungen sind nicht irgendein Jux, sondern dienen dazu, sich bei den Unterstützerinnen und Unterstützern zu bedanken und sie zu ehren*. Sie sollen den Betrachtern und Lesern sagen: seht her, ohne diese Leute hätte ich diese Burg nie bauen können. Andere Türme wurden nach ihrer Bestimmung oder ihrem Standort benannt. Schon im Mittelalter kannte man diese Praktiken. So gibt es auf der Burg Greifenstein bei Gießen seit 1474 eine "Peter Leppenpforte", benannt nach dem ersten Torwart, der die Wächterstube über diesem Tor bezog. Von den mittelalterlichen Bauleuten, ihren Helfern und sogar von den meisten Baumeistern und Planern unserer schönen Burgen kennt man nicht einmal die Namen. Die weitgehende Benennung der Türme und Tore meiner Burg mit den Namen der Sammler und Helfer soll beim Betrachter des Burgmodells eine gewisse Vertrautheit, eine Art Heimatgefühl erzeugen wie bei einer echten Burg, von der man jeden Winkel kennt und deren Mauern für jahrhundertealte Traditionen und als Symbol für Beständigkeit und Kontinuität stehen. Wenn man eine Baubeschreibung anfertigen will, kann man durch die Namensgebungen die Bauten leichter auseinanderhalten und lokalisieren.

*Wenn das jemand von den hier benamten stört und er einen Bau mit seinem Namen nicht haben will, dann soll er sich bei mir melden und ich werde in Zukunft dann nur noch die Nummer des betreffenden  Turmes oder Tores angeben oder vielleicht die Bezeichnung Südostturm, Nordwestturm oder Ähnliches angeben, sofern das zutrifft.

Die (gedachte) Entwicklung der Burg Trutzegge-Loewenstein von 1100 (den Saliern, regierten von 1027 bis 1125) bis 1500 (dem Kaiser Maximilian I., * 1459, König ab 1486, Kaiser von 1493 bis 1519)

Die Burg um 1100

Auf der kleinen salierzeitlichen Burg Kindenegge lebte in der grandiosen, wildromantischen Berglandschaft ein Grafengeschlecht gleichen Namens: die Comes oder Grafen de Kindenegge. Noch deutete nichts darauf hin, dass hier einmal eine Burgengruppe riesigen Ausmaßes entstehen sollte.

Die Burg um 1220

Runde 100 Jahre später entstand unter den Grafen von Trutzegge die gleichnamige Burg, während die Burg Kindenegge, durch Machtkämpfe innerhalb des Reiches um 1130 beschädigt, aufgegeben wurde. Die Comes de Kindenegge zogen ein Leben in der Stadt der bedrückenden Enge und Abgeschiedenheit ihrer kleinen, schwer zugänglichen Burg vor. Ab dem Jahre 1138 waren die Staufer an der Macht und so entstanden zwischen 1180 und 1220 die ältesten Teile der Burg Trutzegge mit ihrem für diese Zeit charakteristischen Buckelquadermauerwerk. Im Jahre 1200 machte sich ein Konkurrent auf der gegenüberliegenden Seite breit: der Graf von Loewenstein, was zu Reibereien und Streitigkeiten führte. Die Trutzegger behielten die Oberhand, die Bauleute wurden vertrieben, einige von ihnen sollen gar zu Tode gekommen sein. Für die nächsten 40 Jahre blieb von der begonnenen Burg Loewenstein nur eine Bauruine zurück.

Die Burg von 1240 bis 1300 (Frühgotik und beginnende Hochgotik)

Im Jahre 1240 ehelichte ein Graf von Loewenstein die Erbtochter des letzten Trutzegger Grafen. Ob die Braut durch diese Verbindung glücklich war, darüber schweigen die Chroniken. Beide Grafschaften wurden zu einem Herrschaftsgebiet zusammengeführt, die Doppelburg Trutzegge- Loewenstein zu einem politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt ausgebaut. Die Loewensteiner Oberburg wurde zu einem repräsentativen Bau gestaltet. Sie bekam vier Wohnbebäude (Palasbauten, das fünfte wurde im 15. Jahrhundert als Gästehaus neu erbaut). Die neuen Ringmauern mit den glatten Quadern  bekamen nach französischem Vorbild ihre runden Flankentürme. Ein riesiger Bergfried, der Gräfinnenturm, erhob sich in der Mitte des ersten Hofes. Die spätromanischen Teile im zweiten Hof, der Grafenturm (zweiter Bergfried) mit der Schildmauer und dem alten Palas wurden zu einem Burgmannensitz. Im 15. Jahrhundert wurde der alte Palas zur Kanzlei.

Die Burg von 1300 bis 1400

In jener Zeit, die einige Veränderungen in der Kriegsführung mit sich brachte, liefen die umfangreichsten Baumaßnahmen. Die ersten Feuerwaffen (1281 in Italien erste Kanonen, 1315 in Flandern erste Handbüchsen) traten in Erscheinung, die Stahlbogenarmbrust (ab 1319), der englische Langbogen (Hundertjähriger Krieg, Schlacht bei Crecy 1346) und die Hakenbüchse (ab 1364). Für die nächsten 200 Jahre waren Armbrüste, Bögen, Hakenbüchsen und Kanonen nebeneinander anzutreffen, was sich auch in den verschiedenen Schießscharten der Burg und auch an echten Befestigungen jener Zeit ausdrückt. Bis in die Zeit um 1500 wurden jedoch auch noch die herkömmlichen Schleudermaschinen (Bliden) verwendet, deren Durchschlagskraft man jedoch nicht unterschätzen sollte. Weitere Höfe wurden in der Unterburg gebaut und man begann, die Trutzegger Burg auszubauen. Der doppelte Mauerring mit seinen Zwingeranlagen, der fast die gesamte Unterburg umschließt, entstand in jener Zeit. Die verfallene Burg Kindenegge wurde wieder instand gesetzt und in den doppelten Bering der Zwingeranlagen aufgenommen. Ihre Ringmauern wurden erneuert und erhöht und durch die Flankentürme verstärkt.  Ein Burgmannengeschlecht, die Castellani oder Milites (Ritter) de Kindenegge bewohnten die Burg und hatten die Burghut inne. Die Geschoße des salierzeitlichen Stephansturmes (Wohnturm) wurden als Arsenal genutzt, weshalb dieser Turm auch den Namen Arsenalturm trägt.

Die Burg von 1400 bis 1450

Am Fuße des höheren Teils des Burgberges entstand ab 1400 eine Vorburg mit zwei Burghöfen, dem Turnierhof und dem Hof Kleinfrankreich mit zwei Zugängen, der Verdierbarbacane im Nordwesten und dem Ebertsheimer Tor im Nordosten. In dem Hof Kleinfrankreich (La petite France) wurde ein großes Fachwerkgebäude errichtet, das eine Herberge für Reisende und Pilger, die Forstmeisterei und Stallungen enthält. Der Turnierhof ist für Waffenübungen und Turniere gedacht. In der Nordostecke des Hofes wurde der Schafstall mit der Schäferwohnung errichtet. Die Schafe dienten nicht nur als Nahrungsquelle und Wolllieferanten, sondern sie sollten die Zwingeranlagen sowie das Vorgelände vor allzu üppigem Bewuchs freihalten.

Die Zeit von 1450 bis 1500

Die letzten Verstärkungsmaßnahmen fanden statt, der Bau von sieben Geschützrondellen, der Zwingermauer des Turnierhofes  und des Hofes Kleinfrankreich mit ihren Geschütztürmen sowie der Ausbau der Barbarabastei wurde getätigt. Als mächtigstes Bollwerk wurde die sSmmensbastei oder Große Batterie erbaut. Ältere Türme wurden für den Geschützkampf umgerüstet beziehungsweise bekamen ihre Geschützschießscharten. Nun glaubte man, für alle Fälle gut grüstet zu sein.

 



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